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Warum alle Werte je 100 g gelten und wie Sie auf Ihre Portion umrechnen

Auf dieser Website wie auf jeder Schweizer Etikette gilt jeder Wert je 100 g. Das ist kein Zufall: nur eine feste Menge macht zwei Lebensmittel vergleichbar. Bleibt der zweite Schritt: von den theoretischen 100 g zu dem Teller, der tatsächlich vor Ihnen steht.

Vier Anrichteringe gefüllt mit Teigwaren, Nüssen, Käsewürfeln und Heidelbeeren, rund um eine Küchenwaage

100 g: eine Vergleichsbasis, keine Portion

Die offizielle Schweizer Nährwertdatenbank beschreibt 1216 generische Lebensmittel in 19 Familien, mit bis zu 22 erfassten Komponenten je Eintrag. Alle Gehalte beziehen sich auf dieselbe Menge: 100 Gramm. Der Grund ist praktisch. Eine «Portion» hat keine feste Definition: sie hängt vom Lebensmittel ab, von der Gewohnheit, von der Marke, vom Hunger des Tages. 100 g dagegen sind für alle gleich.

Die Schweizer Etiketten folgen derselben Konvention, deshalb lassen sich ein Markenprodukt und ein generischer Eintrag der BLV-Datenbank nebeneinanderstellen. Auf dieser Website gilt die Regel überall: der Lebensmittel-Vergleich rechnet seine Differenzen je 100 g, und die vollständige Lebensmittelliste zeigt die Zusammensetzung auf derselben Basis. Zwei Zahlen sind nur vergleichbar, wenn dieselbe Menge dahintersteht.

Trockengewicht und Kochgewicht: zwei getrennte Einträge

Dasselbe Lebensmittel kann zweimal in der Datenbank stehen, in zwei Zuständen. Die Zahlen haben dann wenig miteinander zu tun. Polierter Reis, trocken, liefert 352 kcal, 7,4 g Eiweiss und 12,3 g Wasser je 100 g. Reis, in Salzwasser gekocht kommt auf 117 kcal und 2,5 g Eiweiss, bei 71,2 g Wasser. Verloren ist nichts: das Korn hat Wasser aufgenommen, 100 g gekochter Reis enthalten also weniger Reis.

Bei der getrockneten ganzen Linse derselbe Abstand: 313 kcal, 24,4 g Eiweiss und 23,2 g Ballaststoffe je 100 g, gegenüber 111 kcal, 8,8 g und 8,5 g nach dem Kochen ohne Fett. Kochen verdünnt aber nicht immer: roher Spinat zeigt 25 kcal und 94,4 µg Folat, gedämpfter Spinat 31 kcal und 74,5 µg. Lesen Sie deshalb immer den Zustand in der Bezeichnung, bevor Sie vergleichen.

Von 100 g zur Portion: eine einzige Multiplikation

Die Umrechnung ist eine einzige Rechnung. Teilen Sie das Gewicht Ihrer Portion durch 100 und multiplizieren Sie jeden Wert mit diesem Faktor. Für 150 g ist der Faktor 1,5; für 30 g 0,3; für 250 g 2,5. Mehr braucht es nicht, denn die Gehalte der Datenbank verhalten sich proportional zum Gewicht.

Einige Beispiele, alle aus den offiziellen Werten je 100 g gerechnet:

LebensmittelJe 100 gPortionEnergie der Portion
Reis poliert, gekocht in Salzwasser117 kcal150 g176 kcal
Linse, ganz, getrocknet313 kcal60 g188 kcal
Apfel, roh52 kcal150 g78 kcal
Olivenöl900 kcal10 g90 kcal

Dieselbe Multiplikation gilt für Eiweiss, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine. 150 g gekochte Linsen bringen 8,5 × 1,5 = 12,8 g Ballaststoffe, eine Zahl, die sich mit der Rangliste nach Ballaststoffgehalt einordnen lässt, die ebenfalls je 100 g rechnet.

Die Prozente rechnen mit

Neben jedem Gehalt zeigt diese Website einen Anteil der Nährwert-Referenzwerte für Erwachsene: 2000 kcal Energie, 50 g Eiweiss, 30 g Ballaststoffe, 800 mg Calcium, 375 mg Magnesium, 14 mg Eisen. Diese Kennzeichnungs-Richtwerte dienen als Skala, nicht als persönliches Ziel. Bei den Ballaststoffen sind die 30 g ein Richtwert ausserhalb von Anhang 10.

Die Rechnung folgt der Portion. 150 g gekochter Reis: 117 × 1,5 = 176 kcal, also 8,8 % des Energie-Referenzwerts. 150 g gekochte Linsen: 12,8 g Ballaststoffe, also 43 % des Referenzwerts von 30 g, und 13,2 g Eiweiss, also 26 %. Ein roher Apfel von 150 g liefert 78 kcal, rund 3,9 %. Wer diese Zahlen auf das eigene Profil beziehen möchte, findet im Bedarfsrechner eine Schätzung des Tagesverbrauchs.

Der Portionswähler und was er nicht sagt

Auf jeder Lebensmittelseite führen drei Schaltflächen (30 g, 100 g, 150 g) und ein freies Gramm-Feld diese Multiplikation live aus: Tabelle und Prozente rechnen neu, die Portionsangabe ändert sich, die Quelle bleibt dieselbe. Ein in der Datenbank fehlender Wert, gekennzeichnet mit «n. v.», bleibt bei jeder Portion «n. v.»: eine Lücke wird nie durch eine Schätzung gefüllt.

Drei Grenzen gehören dazu. Erstens gibt die Datenbank die Zusammensetzung eines Lebensmittels an, nicht das Gewicht Ihres Tellers: wägen oder schätzen müssen Sie selbst. Zweitens sagt sie nicht, wie viel 60 g trockene Linsen nach dem Kochen wiegen, denn die Ausbeute hängt von der Zubereitung ab. Drittens ist eine angezeigte Portion weder Empfehlung noch Ratschlag, sondern eine Rechnung für das Gewicht, das Sie gewählt haben.

Häufige Fragen

Warum gelten die Werte nicht je Portion?
Weil eine Portion keine offizielle Definition hat: sie ändert sich je Lebensmittel, je Land und je Marke. Die feste Menge von 100 g gibt allen 1216 Lebensmitteln der BLV-Datenbank dieselbe Basis, jene der Schweizer Etiketten. Der Schritt zu Ihrer Portion ist danach eine Multiplikation.
Wie rechne ich einen Wert je 100 g auf meine Portion um?
Teilen Sie das Portionsgewicht durch 100 und multiplizieren Sie jeden Gehalt mit diesem Faktor. Für 150 g rechnen Sie mit 1,5, für 40 g mit 0,4. Beispiel: gekochter polierter Reis zeigt 117 kcal je 100 g, also 176 kcal für 150 g.
Trockengewicht oder Kochgewicht?
Jenes, das zur gelesenen Zeile passt. Die Datenbank trennt die Zustände: die getrocknete ganze Linse zählt 313 kcal je 100 g, dieselbe Linse gekocht 111 kcal. Wer die rohen Linsen wägt, nimmt die Zeile «getrocknet»; wer den fertigen Teller wägt, die Zeile «gekocht».
Ist ein energiedichtes Lebensmittel im Teller automatisch das kalorienreichere?
Nicht zwingend, denn die Gewichte unterscheiden sich. Olivenöl zeigt 900 kcal je 100 g, rohe Gurke 12 kcal. Bei 10 g Öl sind das 90 kcal, bei 200 g Gurke 24 kcal. Der Wert je 100 g beschreibt eine Dichte, die Portion entscheidet über die Summe.
Dieser Artikel erklärt, wie Daten zur Zusammensetzung zu lesen sind. Er ist weder eine persönliche Ernährungsberatung noch eine medizinische Auskunft. Für ein konkretes Ziel oder gesundheitliche Fragen wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder eine anerkannte Ernährungsberatung.